Grunderwerbsteuer Neu – ab 01.01.2016

27. Oktober 2015

Die Steuerreform 2015/16 bringt mit Jahreswechsel umfangreiche Änderungen des Grunderwerbsteuergesetzes. Diese Änderungen betreffen insbesondere Übertragungen von Immobilien (Häuser, Wohnungen, Grundstücke) innerhalb der Familie, etwa durch Schenkungen oder Erbschaften.

Kurz gesagt: Übertragungen von Immobilien im Familienkreis werden ab 01.01.2016 größtenteils empfindlich teurer!

Derzeit beträgt die Grunderwerbsteuer bei Immobilien-Übertragungen innerhalb der Familie 2% vom sogenannten dreifachen Einheitswert, der die Bemessungsgrundlage bildet. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Immobilie verkauft, verschenkt oder vererbt wird.

Ab 1. Jänner 2016 wird für Übertragungen von Immobilien innerhalb der Familie anstelle des dreifachen Einheitswertes der in den meisten Fällen wesentlich höhere Grundstückswert (Wert der Liegenschaft inklusive Gebäude) als Bemessungsgrundlage herangezogen. Außerdem ändert sich auch der Steuersatz, der ab kommendem Jahr in drei Stufen berechnet wird:

Grundstückswert in Euro Steuersatz
für die ersten 250.000,– 0,5%
für die nächsten 150.000,– 2,0%
darüber hinaus 3,5%

Diese Steuersätze gelten bei allen Übertragungen (egal ob entgeltlich oder unentgeltlich) innerhalb der Familie. Zur Familie zählen:

  • Ehegatten oder eingetragene Partner während aufrechter Ehe (Partnerschaft) oder im Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe (Partnerschaft),
  • Lebensgefährten, sofern die Lebensgefährten einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben oder hatten,
  • Verwandte oder Verschwägerte in gerader Linie (zB Kinder, Schwiegereltern, Schwiegerkinder),
  • Stief-, Wahl- oder Pflegekinder oder deren Kinder, Ehegatten oder eingetragene Partner, oder
  • Geschwister, Nichten oder Neffen des Überträgers.

Der Grundstückswert kann dann (ab 1.1.2016) auf drei verschiedene Arten ermittelt werden:

  • Summe des hochgerechneten (anteiligen) dreifachen Bodenwertes und des Gebäudewertes
  • Immobilienpreisspiegel
  • Schätzgutachten

Bis zum 31.12.2015 erfolgt die Wertermittlung noch mithilfe des Einheitswertbescheides. Der Einheitswert wird vom Finanzamt bekanntgegeben und kann von uns über Finanzonline unmittelbar abgefragt werden. Der für die Bemessung heranzuziehende dreifache Einheitswert liegt in der Regel weit unter dem Verkehrswert (oft nur ein Zehntel des Verkehrswertes).

 

Für allfällige Fragen und Beratungen stehen wir gerne zur Verfügung.

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