Krise für den Schweizer Franken oder doch für uns`re Banken?

16. Juni 2015

Nach dem Kursschock stellte sich für die meisten CHF-Kreditnehmer die Frage, wie man mit den Verlusten umgehen sollte. Die Ansprüche gegen die Banken wurden gestellt, jedoch gab es kein Einsehen. Oftmals wurde die Schlichtungsstelle für Verbraucherangelegenheiten befasst. Allerdings bieten Banken im Regelfall nicht mehr als die Konvertierung an. Interessanter ist es für Auftraggeber von Stop-Loss-Orders. Diese wurden oft zu extrem niedrigen Kursen konvertiert. Der eine oder andere Konvertierungsauftrag enthält jedoch Bestimmungen, nach denen die Bank verpflichtet war, nach dem Unterschreiten des Limits zum nächsten gehandelten Kurs zu konvertieren. Dieser hätte theoretisch sogar höher sein können als das Limit. Oftmals wurden Bankkunden dahingehend beraten, dass damit der Kurs abgesichert werden könnte!

Entgegen der landläufigen Meinung kam es am 15.1.2015 um 9:30 Uhr zwar zu einem Kursrutsch, nicht jedoch derart, dass der Kurs schlagartig unter 1 Euro sank. Tatsächlich,  gab es zwischen 1,20 und 1 noch einige Transaktionen  und somit handelbare Kurse. Die Fremdwährungskreditnehmer mit einer solchen Klausel hätten daher zu wesentlich höheren Kursen konvertiert werden müssen. Einige Banken bieten bei der Schlichtungsstelle an, die Hälfte der Differenz zu ersetzen. Unserer Kanzlei ist es bereits gelungen, aussergerichtlich den Ersatz von 100% der Differenz angeboten zu erhalten. Das bedeutet für den durchschnittlichen Bankkunden mit einem Limit bei 1,20 CHF, dass er so behandelt wird, als hätte er zu 1,20 CHF konvertiert! Das dürfte bis zu 1.800 Kunden  mit einem durchschnittlichen Volumen von 100.000,– betreffen. Holen Sie sich also Ihr Geld! Wir unterstützen Sie!

Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.