pro futura oder Zurück zur staatlichen Pension?

14. August 2012

Die nachlassende Kraft des Staates für die Pension zu sorgen, treibt das Finanzwesen zu seltsamen Blüten. Die Furcht der Arbeitenden einmal ohne entsprechende Altersversorgung dazustehen, trifft auf die hemmungslose Gier und den Einfallsreichtum vermeintlicher Finanzberater. Die Nutznießer dieser Finanzprodukte sind oftmals die Banken und Versicherungen, bisweilen auch die Rechtsanwälte, die die welken Blütenblätter unter dem Titel der “Anlageberaterhaftung” entsorgen müssen. So im Zusammenhang mit dem Anlageprodukt Pro Futura, das nach Angabe des Erfinders sogar beim GEWINN-Jungunternehmerwettbewerb gewann und dessen Veranlagungsstrategie von bedeutenden Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, wie BM Dr.  Martin Bartenstein, BM DI Josef Pröll, Willibald Cernko (Bankmanager) Dkfm Lorenz Fritz (GS der IV) usw. überprüft worden sei.

Auch hier spielt die aggressive Expansionspolitik der Clerical Medical CMI eine wichtige Rolle. Wurde doch die fondgebundene Rentenversicherung “Performancemaster Investor” als Produkt angepriesen, das besonders gut geeignet für die Aufnahme eines (Fremdwährungs-)kredits und der Veranlagung desselben in die Genannte sei. Das (neben der Provision) ermunterte den Finanzberater ein Paket zu schnüren das ähnlich wie die “Volkspension” funktionieren sollte. (siehe Artikel zuvor). Aufnahme eines Einmalkredites und Veranlagung in zwei Versicherungen (bei der CMI und der Prudential) in der Hoffnung, dass die Renditen der Versicherungen sämtliche Kosten einbringen und noch dazu die Zinsen, das Wechselkursrisiko wettmachen und einen Gewinn erwirtschaften sollten. Dazu wurden bunte Powerpointpräsentationen er- und Musterberechnungen angestellt.

 

Bei der zugrundegelgegten Berechnung handelt es sich um eine Fiktion, deren Eintritt in der Praxis absolut unwahrscheinlich ist.” urteilte das OLG Graz in zweiter Instanz zu 5 R 222/11y.

Dieses Modell sei für Verbraucher ungeeignet, was in der hohen Risikoträchtigkeit liege. Die Beklagte hätte das spätenstens aufgrund der FMA-Mindesstandards für die Vergabe und Gestionierung von Fremdwährungskrediten vom 16.Oktober 2003 wissen müssen. Insbesondere sei es zur Pensionsvorsogre ungeeignet.

 

Betroffene sollten sich daher anwaltlich beraten lassen. Eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung des Finanzberaters liegt ebenfalls vor.

 

 

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